Kurort Luhačovice
Kurort Luhačovice
Luhačovice ist der grö˛te und meistbesuchte mährische Kurort. Der Kurort mit 5000 Einwohnern kann man direkt mit dem Bus von den meisten gro˛en tschechischen Städten, vom österreichischen Wien und direkt mit dem Schnellzug von Praha und Brno erreichen. Für den Kurort Luhačovice sind ein langer warmer Sommer und milder trockener Winter charakteristisch. Der Reichtum des Kurorts liegt in der Heilkraft seiner 14 Hydrogenkarbonat-Natriumchlorid-Quellen und einer Schwefelquelle. Hier werden Atemwegserkrankungen, allergische Erkrankungen der Atmungsorgane, Verdauungsstörungen, Nachoperationszustände nach Magen-, Gallenblasen- und Zwölffingerdarmoperationen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Zuckerkrankheit und Obesität behandelt. Die Quellen helfen auch als unterstützendes Heilmittel bei der Therapie von Herz- und Gefä˛erkrankungen. Dank hohem Mineralgehalt und vorzüglichem Gasgehalt an freiem Kohlendioxid werden die Mineralquellen in Luhačovice mit Recht zu den Wirksamsten in Europa gezählt.
Geschichte der Stadt Luhačovice
Es gibt mehrere Annahmen darüber, woher sich der Name Luhačovice ableitet. Allgemein wird angenommen, dass der Namen der Gemeinden, die auf das Suffix –ice endeten, von dem Gründer des Geschlechts abgeleitet wurden, also Luhač (Luhačovice). Der Name Luhačovice konnte auch von dem Tatbestand abgeleitet werden, dass sich in der Gegend um Horní Olšava Auenwälder ausdehnten.
Die Grundrissspuren der slawischen Besiedlung in dieser Region stammen schon aus dem 7. und 8. Jahrhundert, wovon archäologische Funde in Obora bei Luhačovice zeugen. Jahrhundertelang jedoch war diese Landschaft nicht ständig bewohnt. Sie war ein Grenzgebiet, das von vielen Feinden bedroht wurde, was auch in den nächsten Jahrhunderten den Aufbau von Dörfern und Siedlungen erschwerte.
Der erste schriftliche Bericht über Luhačovice stammt aus dem Jahre 1412. Das bedeutet aber nicht, dass die Besiedlung von Luhačovice so spät geschah. Die älteste historische Erwähnung aus dem Jahre 1140, die mit diesem Gebiet zusammenhängt, ist mit Prakšice und Biskupice verbunden. Die genannten Berichte über die Luhačovice-Region belegen den Verlauf der Ansiedlung von der Ebene in die Bergregionen.
Quelle Vincentka
Um das Jahr 1860 wurde die Heilquelle zur Benutzung aufbereitet. Ursprünglich hie˛ sie Hlavní, später wurde sie nach dem Grafen Vincent Serenyi in Vincentka umbenannt. Berichte über die Heilkraft der Quellen aus Luhačovice verbreiteten sich bald und es stellten sich schnell die ersten Gäste ein. Für einen mehrtägigen Aufenthalt, der die Voraussetzung des Behandlungserfolgs war, fehlten Unterkunft, Möglichkeit der Verpflegung und Behandlungseinheiten.
Den Aufschwung des Kurorts unterstützten Berichte über Behandlungserfolge und zahlreiche medizinische Studien, die die wohltuende Heilwirkung der Quellen aus Luhačovice hoch bewerteten. Fachgutachten mit den günstigen Bewertungen bedeuteten den gesteigerten Export des Mineralwassers und den Anstieg der Zahl der Patienten.
Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Bautätigkeit in der Gegend um die Quellen beträchtlich. Es wurden die Kurhäuser Zámeček, Vincencův dům, Stolařský dům, Venkovský dům und andere mit Gästezimmern ausgestattete Kurhäuser erbaut. Im Jahre 1795 wurde die Kapelle Svatá Alľběta gebaut, an deren Fassade das Schild der gräflichen Familie Serenyi abgebildet wurde. Der Klang einer Glocke in ihrem Türmchen meldete Anfang und Ende eines therapeutischen Tages. Die Kapelle steht bis heute und ist das älteste Bauwerk im Zentrum des Kurorts.